Bleifuß auf der Überholspur – ab wann es teuer wird!

Über zwanzig Millionen Verkehrs­teil­nehmer werden jährlich auf deutschen Straßen wegen überhöhter Geschwin­digkeit geblitzt. Damit ist zu schnelles Fahren die Nummer eins unter den in Flensburg gespei­cherten Verkehrs­ord­nungs­wid­rig­keiten. Je nach Schwere des Vergehens drohen dem Fahrer ein saftiges Bußgeld von bis zu 680 Euro, zwei Punkte in der Verkehrs­sün­der­datei, drei Monate Fahrverbot oder sogar der Führer­schein­entzug. Die bestehenden Gesetze polari­sieren und werden unter Kraft­fahr­zeug­fahrern heiß disku­tiert. Während manche die im Bußgeld­ka­talog vorge­se­henen Sanktionen als pädago­gi­schen Lerneffekt für Raser inter­pre­tieren, vermuten andere eine gesicherte staat­liche Einnah­me­quelle, die Geld in die maroden Kassen der Länder und Kommunen spülen soll.

Generell unter­scheidet der Straf­katalog zwischen Pkw & Motor­räder auf der einen und Lkw & Omnibusse auf der anderen Seite. Innerhalb dieser Kategorien kommt es zur Diffe­ren­zierung hinsichtlich der Überschreitung des Tempo­limits innerhalb geschlos­sener Ortschaften und außerhalb geschlos­sener Ortschaften. Eine Sonderform stellen spezi­fische Verkehrs­si­tua­tionen wie Gefah­ren­stellen und beein­träch­ti­gende Wetter­ver­hält­nisse dar, bei denen die Punkte und Bußgelder für Geschwin­dig­keits­ver­stöße für alle Kraft­fahr­zeuge identisch sind. Zudem gibt es einen Bußgeld­ka­talog für Verstöße in Bezug auf die gesetzlich vorge­schriebene Verwendung von Geschwin­dig­keits­be­grenzern bei Lkw und Kraft­om­ni­bussen. Hier eine Übersicht über den aktuellen Bußgeld­ka­talog des Kraftfahrt-Bundesamts für Geschwin­dig­keits­über­schreitung:

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Bußgeld­ka­talog Geschwin­digkeit für Pkw und Motor­räder

DeliktPunkte in FlensburgBußgeld in EuroFahrverbot
21 - 25 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt80 Euronein
21 - 25 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt70 Euronein
26 - 30 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt100 Euronur bei erneuter Geschwin­dig­keits­über­schreitung von mindestens 26 km/h innerhalb eines Jahres
26 - 30 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt80 Euronur bei erneuter Geschwin­dig­keits­über­schreitung von mindestens 26 km/h innerhalb eines Jahres
31 - 40 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte160 Euroja
31 - 40 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt120 Euronur bei erneuter Geschwin­dig­keits­über­schreitung von mindestens 26 km/h innerhalb eines Jahres
41 - 50 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte200 Euroja
41 - 50 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte160 Euroja
51 - 60 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte280 Euroja
51 - 60 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte240 Euroja
61 - 70 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte480 Euroja
61 - 70 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte440 Euroja
über 70 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte680 Euroja
über 70 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte600 Euroja

Bußgeld­ka­talog Geschwin­digkeit für Lkw und Omnibusse

DeliktPunkte in FlensburgBußgeld in EuroFahrverbot
bis 15 km/h für mehr als 5 Minuten Dauer oder mehr als zwei Fällen nach Fahran­tritt1 Punkt70 Euronein
16 - 20 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt80 Euronein
16 - 20 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt70 Euronein
21 - 25 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt95 Euronein
21 - 25 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt80 Euronein
26 - 30 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte140 Euroja
26 - 30 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften1 Punkt95 Euronur bei erneuter Geschwin­dig­keits­über­schreitung von mindestens 26 km/h innerhalb eines Jahres
31 - 40 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte200 Euroja
31 - 40 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte160 Euroja
41 - 50 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte280 Euroja
41 - 50 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte240 Euroja
51 - 60 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte480 Euroja
51 - 60 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte440 Euroja
über 60 km/h - innerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte680 Euroja
über 60 km/h - außerhalb geschlos­sener Ortschaften2 Punkte600 Euroja

Bußgeld­ka­talog Spezi­fische Verkehrs­si­tua­tionen

DeliktPunkte in FlensburgBußgeld in EuroFahrverbot
Mit nicht­an­ge­passter Geschwin­digkeit gefahren trotz angekün­digter Gefah­ren­stelle, bei Unüber­sicht­lichkeit, an Straßen­kreu­zungen, Straßen­mün­dungen, Bahnüber­gängen oder schlechten Sicht- oder Wetter­ver­hält­nissen wie Nebel oder Glatteis1 Punkt100 Euronein
Festge­setzte Höchst­ge­schwin­digkeit bei Sicht­weise unter 50 m durch Nebel, Schneefall oder Regen überschritten (außerhalb geschlos­sener Ortschaften)1 Punkt80 bis 160 Euronein
Festge­setzte Höchst­ge­schwin­digkeit bei Sicht­weise unter 50 m durch Nebel, Schneefall oder Regen überschritten (innerhalb geschlos­sener Ortschaften)2 Punkte140 bis 760 Euroja
Beim Führen eines Fahrzeugs ein Kind, einen Hilfe­be­dürf­tigen oder älteren Menschen gefährdet, insbe­sondere durch nicht ausrei­chend vermin­derte Geschwin­digkeit, mangelnde Brems­be­reit­schaft oder unzurei­chenden Seiten­ab­stand beim Vorbei­fahren oder Überholen1 Punkt80 Euronein

Bußgeld­ka­talog Geschwin­dig­keits­be­grenzer

DeliktPunkte in FlensburgBußgeld in EuroFahrverbot
Kraft­fahrzeug in Betrieb genommen, das nicht mit dem vorge­schrie­benen Geschwin­dig­keits­be­grenzer ausge­rüstet war, oder den Geschwin­dig­keits­be­grenzer auf unzulässige Geschwin­digkeit einge­stellt oder nicht benutzt hat, auch wenn es sich um ein auslän­di­sches Kraft­fahrzeug handelt1 Punkt100 Euronein
Als Halter die Inbetrieb­nahme eines Kraft­fahr­zeuges angeordnet oder zugelassen, das nicht mit dem vorge­schrie­benen Geschwin­dig­keits­be­grenzer ausge­rüstet war oder dessen Geschwin­dig­keits­be­grenzer auf eine unzulässige Geschwin­digkeit einge­stellt war oder nicht benutzt wurde1 Punkt150 Euronein

Fehler im System – über die Zuver­läs­sigkeit von Blitz­ge­räten

Auch die Messver­fahren stehen immer wieder im Fokus der Kritik. Ganz gleich, ob klassische Radar­fallen oder moderne Laser­technik – 100 Prozent zuver­lässig sind die Blitzer und Auswertung der Daten zur Feststellung von Geschwin­dig­keits­über­schrei­tungen nicht in jedem Fall. Die Gründe dafür sind vielfäl­tiger Natur. Sie reichen von mensch­lichem Versagen seitens der Messbe­amten über fehlende oder abgelaufene Eichpro­to­kolle bis hin zu falschen Messungen aufgrund von techni­schen Unzuläng­lich­keiten der Geräte. Doch was genau sind mögliche Fehler­quellen der Blitz­geräte, die in Deutschland zwecks Messung überhöhter Geschwin­digkeit einge­setzt werden? Funkti­ons­weise und Proble­ma­tiken der drei wichtigsten Messver­fahren, mit denen Verkehrs­teil­nehmer geblitzt werden, möchten wir hier einmal genauer unter die Lupe nehmen.

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Bei der herkömm­lichen Radar­technik sendet das Gerät elektro­ma­gne­tische Wellen, die von den Fahrzeugen reflek­tiert und direkt an den Radar-Sensor zurück­ge­schickt werden. Dieser sogenannte Doppler-Effekt macht es möglich, die Geschwin­digkeit des Pkw, Lkw oder Motorrads zu errechnen. Ist das Tempo­limit überschritten, wird der allseits gefürchtete Blitz ausgelöst, um ein Foto des poten­zi­ellen Verkehrs­sünders zu schießen. Neben einer unregel­mä­ßigen Eichung des Geräts sind mögliche Messfehler die falsche Justierung der Radar­anlage, die gleich­zeitige Messung mehrerer Objekte, Spurwechsel des Fahrzeugs sowie das Reflek­tieren des Blitzes an einem Verkehrs­schild.

Das Laser-Messsystem funktio­niert ähnlich wie die Radar­technik, ist aber weniger fehler­an­fällig. Bei diesem Verfahren sind es Licht­im­pulse, die ausge­sendet und reflek­tiert werden. Die dabei verwen­deten Multis­pek­tral­ka­meras nehmen das Licht in mehreren Wellen­längen auf und berechnen so die Geschwin­digkeit des vorbei­fah­renden Fahrzeugs. Doch auch hier sind Fehler nicht ausge­schlossen. Das trifft besonders auf die mobilen Messgeräte wie Laser­pis­tolen zu, die bei unsach­ge­mäßer Handhabung eines Polizei­be­amten – wie das fehler­hafte Justieren der Zieloptik oder das Bewegen des Gerätes während der Messphase – verfälschte Ergeb­nisse liefern können. Auch muss das ins Visier genommene Auto parallel zur Fahrbahn sein, damit der Winkel und das Messergebnis stimmen, genauso wie – und das gilt für alle Geschwin­dig­keits­mess­ver­fahren – die Gegeben­heiten der Messört­lichkeit angemessen sein sollten.

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Auch die Licht­schran­ken­messung nimmt vermehrt Einzug in den deutschen Straßen­verkehr. Passiert ein Fahrzeug mehrere Licht­schranken auf einem Strecken­ab­schnitt, wird aus der vergan­genen Zeit zwischen den Unter­bre­chungen das Tempo des jewei­ligen Fahrzeugs ermittelt. Einmal mehr spielt die regel­mäßige Eichung eine wichtige Rolle für eine korrekte Geschwin­dig­keits­messung. Noch gravie­render ist der Fakt, dass für eine gültige Messung niemals mehrere Fahrzeuge neben­ein­ander durch die Licht­schranke fahren dürfen. Zweifel­hafte Daten liefert das Messgerät auch dann, wenn es nicht erschüt­te­rungsfrei positio­niert worden ist.

Techno­logie in der juris­ti­schen Grauzone: Sind Blitzer-Apps erlaubt?

Während das gute alte Autoradio nach wie vor über Staus aber auch Blitz­an­lagen infor­mieren darf, ist man mit Blitzer-Apps und Radar­warnern im Navi nicht jederzeit auf der legalen Seite. Der Gesetz­geber lässt zumindest verlauten, dass solche Programme und Geräte zwar erworben, besessen und im Auto mitge­führt, aber nicht während der Fahrt einge­schaltet werden dürfen. Im Falle einer Missachtung des Gesetzes drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Eigen­ständige Radar­warner, die keinen Zweck erfüllen, außer auf die Verkehrs­über­wa­chungs­maß­nahmen aufmerksam zu machen, sind im Fahrzeug generell verboten und werden bei einer Polizei­kon­trolle direkt beschlag­nahmt. Ein inter­es­santes Schlupfloch, um nicht geblitzt zu werden, soll aller­dings nicht unerwähnt bleiben. Ist ein Beifahrer mit an Bord, darf dieser eine Blitzer-App verwenden. Und kurio­ser­weise ist es dem Mitrei­senden zwar untersagt, seinen Fahrer vor einer Geschwin­dig­keits­kon­trolle zu warnen, darf ihn aber ohne Angabe von Gründen anweisen, etwas langsamer zu fahren.

Geblitzt, was nun? Kostenfrei Bußgeld abwenden!

Sie wurden geblitzt und haben einen Anhörungs­bogen oder Bußgeld­be­scheid wegen zu hoher Geschwin­digkeit erhalten? Dann ermög­licht Ihnen die Dienst­leistung von Geblitzt.de kompe­tente Hilfe. Zusätz­liche Kosten und zeitauf­wändige Treffen mit Anwälten entfallen. Unser Service ist online, schnell und einfach! Im Erfolgsfall müssen Sie kein Bußgeld zahlen und weitere Konse­quenzen, wie beispiels­weise Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot, nicht einfach hinnehmen!

Alle mit unserer Dienst­leistung (Finan­zierung der Prüfung der gegen Sie erhobenen Vorwürfe) anfal­lenden Kosten werden durch uns, im Rahmen einer Prozess­fi­nan­zierung, oder Ihre Rechts­schutz­ver­si­cherung übernommen. Bestehen gute Aussichten auf Einstellung des Bußgeld­ver­fahrens, wird Ihr Fall durch die beauf­tragten Anwälte weiter vertreten. Alle damit anfal­lenden Kosten werden durch die Prozess­fi­nan­zierung oder Ihre Versi­cherung übernommen.

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