Grünpfeil für Radfahrer

Grünpfeil für Radfahrer: Laut Umfrage für Mehrheit sinnvoll, aber nicht weniger Konflikte 1

Berlin, 18. Januar 2019 - In zehn deutschen Städten testet man in Kürze den grünen Pfeil für Fahrrad­fahrer. Macht das Sinn? Oder sorgt es nur für Unmut bei den Autofahrern? Die Berliner Coduka GmbH hat die passende Umfrage unter die Leute gebracht. Das Ergebnis zeigt ein zweige­teiltes Lager und verhärtete Fronten. Insgesamt gehen weniger als die Hälfte davon aus, dass der Grünpfeil zur Konflikt­lösung zwischen Auto- und Radfahrern beitragen könnte.

Im Auftrag des Bundes­ver­kehrs­mi­nis­te­riums lässt die Bundes­an­stalt für Straßen­wesen (BASt) dieses Jahr in München, Stuttgart, Leipzig, Köln, Düsseldorf, Münster, Darmstadt, Bamberg und Reutlingen an insgesamt 40 Ampeln Grünpfeile für Radfahrer anbringen. Mittels Video­über­wa­chung soll das Experiment dokumen­tiert werden. Da Berlin trotz Bewerbung nicht in die engere Auswahl gekommen ist, testet die Haupt­stadt den grünen Pfeil in Eigen­regie an fünf Straßen­kreu­zungen.

Warum die Coduka GmbH - die es sich ansonsten zur Aufgabe gemacht hat, Bußgeld­vor­würfe über Geblitzt.de kostenfrei prüfen zu lassen - die Befragung ins Leben gerufen hat, erklärt Geschäfts­führer Jan Ginhold: “Es inter­es­siert uns, inwieweit der Grünpfeil als Verkehrs­zeichen im Bewusstsein der Fahrer verankert ist und ob die Menschen glauben, es wäre eine gute Idee, diesen auch für Radfahrer einzu­führen.” Die Umfrage und deren Resonanz auf den Social-Media-Kanälen sprechen nicht unbedingt dafür. So erwarten nicht einmal die Hälfte der Befragten weniger Konflikte im Verkehr durch Einführung des Grünpfeils für Radfahrer. Manche befürchten, dass dieser falsch inter­pre­tiert werden und zu mehr Unfällen führen könnte.

Ein Radler hält dagegen: “Die Menschen sollten öfter das Auto stehen lassen und aufs Rad oder den ÖPNV umsteigen. Dafür muss der Straßen­verkehr sicherer und das Radwe­genetz ausgebaut werden. Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.” So mancher Autofahrer äußert sich dagegen wenig konstruktiv. Für Radler sei kein Platz im Straßen­verkehr. Oder kurz und knapp: “Fahrräder verbieten!” So hat jede Seite ihre Anhän­ger­schaft. Das belegen auch die Zahlen. An die 56 % fänden den Grünpfeil für Radfahrer sinnvoll und gut 58 % der Befragten könnten sich mit mehr grünen Pfeilen für Autofahrer anfreunden.

Der Zweck eines Grünpfeils ist schnell erklärt: Hier kann der Verkehrs­teil­nehmer bei Rot rechts abbiegen, wenn er vorher gestoppt und sicher­ge­stellt hat, dass die Straße frei ist. Doch auch als Verkehrs­zeichen für Autofahrer ist der Grünpfeil nicht unumstritten. Gegner mahnen eine erhöhte Unfall­gefahr an, Befür­worter wie der ADAC weisen auf den Vorteil für die Umwelt durch weniger Staus hin. Eigentlich ist der Grünpfeil ein Kind der DDR. 1978 ins Leben gerufen, wurde er in Westdeutschland erst nach der Wende im Jahr 1994 einge­führt. Eine MDR-Umschau-Umfrage und Studie des Fachver­bands Fußverkehr FUSS e.V. haben aller­dings ergeben: Zwischen 2003 und 2018 wurden die Grünpfeile republikweit in vielen Städten drastisch reduziert - in Leipzig beispiels­weise um 34 %, in München um 43 %, in Berlin um 55 % und in Köln sogar um 68 %.

Ob der Grünpfeil für Radfahrer Einzug in die Straßen­ver­kehrs­ordnung (StVO) findet, soll 2020 beschlossen werden, basierend auf den Erkennt­nissen aus dem Pilot­projekt. Grünpfeil-Verstöße für Kraft­fahrer werden über Geblitzt.de bereits bearbeitet. Dafür müssen Betroffene lediglich ihren Anhörungs­bogen oder Bußgeld­be­scheid übermitteln. Gleiches gilt für Rotlicht­ver­stöße, deren häufige Ahndung viele Betroffene veran­lasst, ihre Unter­lagen einzu­reichen. Denn hier müssen Autofahrer mit bis zu 2 Punkten in Flensburg, 360 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot rechnen. Auch Fahrrad­fahrer laufen Gefahr mit einem Punkt und maximal 180 Euro sanktio­niert zu werden, was der Strafe gleicht, die einen Kraft­fahrer bei Verstoß gegen die Grünpfeil-Regelung ereilen kann.

Die Coduka GmbH arbeitet für die Überprüfung der Vorwürfe eng zusammen mit zwei großen Anwalts­kanz­leien, deren Verkehrs­rechts­an­wälte bundesweit vertreten sind. Die Zahlen können sich sehen lassen. Täglich erreicht das Geblitzt.de-Team eine Flut von Anfragen. 12 % der betreuten Fälle werden einge­stellt, bei weiteren 35% besteht die Möglichkeit einer Straf­re­du­zierung.

Und wie finan­ziert sich das kosten­freie Geschäfts­modell? Durch die Erlöse aus Lizenzen einer selbst entwi­ckelten Software, mit der die Anwälte ihre Fälle deutlich effizi­enter bearbeiten können. Somit leistet die Coduka GmbH aufgrund des Einsatzes von Legal-Tech-Lösungen Pionier­arbeit auf dem Gebiet der Prozess­fi­nan­zierung.

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