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Was ist eine Führerscheinbehörde?

Wenn es um die Erteilung der Fahrerlaubnis geht, ist man bei der Führer­schein­stelle an der richtigen Adresse. Auch bekannt als Führerschein- oder Fahrerlaub­nis­be­hörde, kann hier ein Führer­schein zudem umgetauscht oder verlängert werden. Was dabei im Einzelnen zu beachten ist und welche Aufgaben die Führer­schein­stelle darüber hinaus wahrnimmt, erfahren Sie hier.

Ein Führerschein, ausgestellt von einer Führerscheinstelle in Deutschland, wird aus einer Geldbörse rausgezogen

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Die Anmeldung für den Führerschein

Wer eine Fahrschule besuchen möchte, um seinen Führer­schein zu machen, muss vorab einen Antrag in schrift­licher Form bei der jeweils zustän­digen Führer­schein­stelle vor Ort oder online einreichen. Die Zustän­digkeit richtet sich nach dem Haupt­wohnsitz, an dem der oder die Betroffene gemeldet ist. Mit dem Antrag ist eine Kopie des Perso­nal­aus­weises oder Reise­passes, ein biome­tri­sches Passbild, der Nachweis über einen bestan­denen Sehtest und die Beschei­nigung über den absol­vierten Erste-Hilfe-Kurs zu übermitteln. Auch die Angaben zur Fahrschule und Prüfstelle dürfen nicht fehlen.

Bevor es jedoch mit der Fahrschule losgehen kann, bedarf es gemäß § 2 Absatz 1 des Straßen­ver­kehrs­ge­setzes (StVG) der Erlaubnis der zustän­digen Behörde, um ein Kraft­fahrzeug auf öffent­lichen Straßen zu führen. Laut § 2 Absatz 7 StVG hat die Führer­schein­stelle dabei „zu ermitteln, ob der Antrag­steller zum Führen von Kraft­fahr­zeugen, gegebe­nen­falls mit Anhänger, geeignet und befähigt ist und ob er bereits eine in- oder auslän­dische Fahrerlaubnis oder einen entspre­chenden Führer­schein besitzt.“

Damit soll weitest­gehend ausge­schlossen werden, dass der Antrag­steller aus gesund­heit­lichen Gründen beim Fahren eine Gefahr für andere Verkehrs­teil­nehmer darstellen könnte. Wahrheits­gemäße Angaben des Betrof­fenen zu seiner Gesundheit sind dabei die Voraus­setzung. Andern­falls kann der Führer­schein bei späterem Bekannt­werden einer relevanten Erkrankung durch die Behörde sogar wieder entzogen werden.

Wann ein Gutachten vom Arzt notwendig ist

Die Erteilung der Fahrerlaubnis könnte unter anderem ausbleiben bei einem einge­schränkten Seh- und Hörver­mögen, Diabetes, der Einnahme von bestimmten Medika­menten bzw. Medika­men­ten­ab­hän­gigkeit sowie bei einem Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko. Auch Epilepsie, psychische Störungen sowie Drogen- und Alkohol­sucht sind hierbei relevante Erkrankungen.

Trifft eines oder mehrere dieser Krank­heits­bilder zu, kann die Führer­schein­stelle ein ärztliches Gutachten in Form einer Medizinisch-Psychologischen Unter­su­chung (MPU) verlangen, welche die Fahreignung als Voraus­setzung für das Führen von Kraft­fahr­zeugen beschei­nigen soll.

Darüber hinaus kann die Führer­schein­stelle je nach Grad der Einschränkung oder Behin­derung auch eine Fahrprobe beim TÜV verlangen. Bei einem körper­lichen Handicap wie einer Amputation ist manchmal auch ein techni­sches Gutachten erfor­derlich, das darüber Auskunft gibt, ob und wie das Fahrzeug umgebaut werden muss, um dem Fahrzeug­führer gerecht zu werden.

Solche Umbau­maß­nahmen sind mitunter sehr teuer, werden je nach Dring­lichkeit aber vom Staat bezuschusst. Die eigent­lichen Kosten für die Beantragung eines Führer­scheins sind davon unberührt und betragen je nach Bundesland und Führer­schein­klasse zwischen 30 und 70 Euro.

Entzug der Fahrerlaubnis & MPU

Sobald der Entzug der Fahrerlaubnis nach einem schwer­wie­genden Verstoß im Straßen­verkehr rechts­kräftig ist, kann die Fahrerlaub­nis­be­hörde den Führer­schein der betrof­fenen Person einziehen. Auch ab dem achten Punkt in Flensburg ist der Führer­schein erst einmal weg. Hierbei muss die Führer­schein­stelle den Verkehrs­teil­nehmer gemäß § 4 Absatz 5 des Straßen­ver­kehrs­ge­setzes (StVG) aller­dings vorher schriftlich ermahnen und verwarnen.

Die Sperrzeit kann je nach Verstoß eine Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren beinhalten. Will man den Führer­schein nach Ablauf der Frist zurück­erlangen, muss bei der Führer­schein­stelle der entspre­chende Antrag für eine Neuer­teilung gestellt werden. Voraus­setzung für dessen Geneh­migung kann auch hier die erfolg­reiche Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Unter­su­chung sein.

Pflichten & Rechte des Verkehrs­teil­nehmers bei Führerscheinverlust

Wenn der Führer­schein nicht entzogen, sondern verloren oder gestohlen wurde, besteht zunächst die Pflicht, den Verlust des Führer­scheins bei der Führer­schein­be­hörde umgehend anzuzeigen. Diese kümmert sich in der Folge darum, ein Ersatz­do­kument auszu­stellen. Solange sich dieses noch nicht im Besitz des Fahrzeug­führers befindet, händigt die Behörde bei Bedarf eine vorläufige Fahrerlaubnis aus.

Sobald aber der Ersatz­füh­rer­schein ausge­stellt wurde, verliert das vorläufige Dokument seine Gültigkeit. Das gilt auch für den verlo­renen Führer­schein. Wird er wieder­ge­funden, muss der alte Führer­schein bei der Fahrerlaub­nis­be­hörde abgegeben werden.

Verlän­gerung und Erwei­terung des Führerscheins

Neben der Beantragung und Neuer­teilung eines Führer­scheins bietet die Fahrerlaub­nis­be­hörde auch die Möglichkeit, den Führer­schein zu verlängern. Die Verlän­gerung der Fahrerlaubnis muss je nach Führer­schein­klasse rund vier bis sechs Wochen vor Ablauf der auf dem Dokument ausge­wie­senen Geltungs­dauer beantragt werden.

Die Führer­schein­stelle ist auch für die Erwei­terung der Fahrerlaubnis zuständig. Möchte man zum Beispiel als Inhaber eines Pkw-Führerscheins zusätzlich einen Motorrad-Führerschein erwerben, ist eine Anmeldung bei der Führer­schein­be­hörde notwendig. Dabei muss man Unter­lagen wie den Perso­nal­ausweis, den aktuellen Führer­schein, ein biome­tri­sches Passbild sowie eine Anmel­de­be­schei­nigung der ausbil­denden Fahrschule parat haben.

Wer seinen Famili­en­namen im Zuge einer Heirat oder Scheidung ändert, ist verpflichtet, die Namens­än­derung in Dokumenten wie dem Perso­nal­ausweis eintragen zu lassen. Für das Führer­schein­do­kument gilt das nicht. Wer jedoch ins Ausland fährt, ist gut beraten, die Fahrerlaub­nis­be­hörde zwecks Aktua­li­sierung des Nachnamens im Führer­schein aufzu­suchen. So ist man auch im Falle einer möglichen Kontrolle auf der sicheren Seite.

Auslands­füh­rer­schein anerkennen lassen

Darüber hinaus kann ein Verkehrs­teil­nehmer seinen im Ausland erwor­bener Führer­schein bei der zustän­digen Führer­schein­stelle umschreiben lassen, damit die Fahrerlaubnis auch in Deutschland gültig ist. Genauso fällt der Umtausch eines älteren Führer­scheins in einen EU-Führerschein in die Zustän­digkeit dieser Behörde.

Gewerb­liche Angele­gen­heiten der Führerscheinstelle

Auch Berufs­kraft­fahrer kommen um die Führer­schein­stelle nicht herum. Neben der Erteilung der Fahrerlaubnis müssen zum Beispiel Taxifahrer einen Fahrgast­be­för­de­rungs­schein erwerben sowie eine Ortskennt­nis­prüfung für ihr Stadt­gebiet ablegen. Lkw-Fahrer von Fahrzeugen mit einem Gesamt­ge­wicht von über 3,5 Tonnen benötigen eine Fahrten­schrei­ber­karte. Angehende Fahrlehrer hingegen müssen vorab eine Fahrlehr-Erlaubnis bei der Führer­schein­be­hörde einholen.

Die Führer­schein­stelle ist zuständig für die Erteilung und den Entzug der Fahrerlaubnis sowie für deren Umtausch, Erwei­terung und Verlän­gerung. Zudem können die entspre­chenden Dokumente für die gewerb­liche Beför­derung und für Fahrschul­lehrer beantragt werden.

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